Das Medium der Kunst von Kerstin Schulz ist der Alltagsgegenstand. Mit ihrer Materialwahl stellt sich die Künstlerin in eine artistische Tradition, die von der Kunst der Moderne Marcel Duchamps und den Dadaisten über die Surrealisten bis hin zur Pop Art und zur Arte Povera reicht. Bei ihnen allen geht es auf die eine oder andere Weise um die Verwandlung des Banalen und Alltäglichen und um seine Versetzung in die Sphäre des Bedeutungshaltigen und Besonderen. Das alchemistische Verfahren der Künstlerin enthebt die Dinge ihrer gewohnten Funktionen. Der Bleistift, der zeichnet, die Tube, die Farbe bewahrt, die Farbe, mit der man malt, das Etikett, das den Preis angibt sie alle werfen das enge Korsett ihrer Zweckbestimmtheit ab und werden zu Agenten einer ästhetischen Freiheit. In ihr gewinnen sie als Bild oder Plastik neue Form und Gestalt. Das achtlos in Dienst genommene wird in den Werken von Kerstin Schulz spektakulär. Dank ihrer Transformation nehmen wir die Welt anders wahr. Das ist nicht nur ein ästhetischer, sondern auch ein moralischer Akt. Das weitgehend übersehene rückt in den Mittelpunkt der Betrachtung und Wertschätzung. Tausend Bleistifte (oder Etiketten) sind nicht nur numerisch mehr als einer. Die Opulenz des Materials ruft das Entzücken des Betrachters hervor. Auch für die Werke von Kerstin Schulz gilt der Satz von Karl Marx über den Umschlag von Quantität in Qualität. |
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Text von Michael Stoeber /Text by Michael Stoeber
Biografie /Biography
1967
geboren in Hannover
1987-1992
Studium: Grafik Design in Hamburg/ Hannover (Prof. Walther/Prof. König)
1993-1998
Studium: Bildende Kunst in Hannover (Prof. Vernunft)
1998-1999
Meisterschülerin: Bei Prof. Vernunft in Hannover Thema: Defunktion bekommt Funktion
seit 2000
freischaffende Künstlerin
Einzelausstellungen /Solo Exhibitions
2000
Galerie ATN, Hannover
2001
Kanzlei Krafzyk, Hannover
2002
Gehry Tower, Hannover
2004
Hypo-Vereinsbank, Hannover
2005
Galerie Ruetz, Augsburg
2006
Galerie an der Pinakothek der Modernen, München/ Galerie Hölder, Ravensburg
2007
Galerie Artforum, Hannover (in Planung)
Gemeinschaftsausstellungen /Group Exhibitions
1999
Nord-LB, Hannover und Braunschweig
2000
Allbank, Hannover/ Galerie ATN, Hannover
2001
Galerie ATN, Hannover
2002
Galerie Kolbien, Garbsen
2003
Paperart, Stormarn und Hamburg
2004
Galerie Artforum, Hannover
2005
Galerie Artforum, Hannover
Paperworld, Frankfurt
Art Karlsruhe
Galerie Hoge Bomen, Veurne, Belgien
Showroom De Padova, Mailand, Italien
2006
Art Karlsruhe
Galerie Artforum, Hannover
2007
Atelier Dreieck, Gifhorn
Kubus, Hannover
Art Karlsruhe
Art Bodensee